Kebab Connection

Unser zehnter Film war  “Kebab Connection” (2005), der unter Anno Sauls Regie produziert wurde. In seinen Motiven und in der Ausgestaltung ist der Film im Grunde ein Fatih-Akin-Film, war Akin doch die treibende Kraft hinter dem Projekt. Dieser zeichnete neben Ruth Thoma und Jan Berger lediglich für das Drehbuch verantwortlich. “Kebab Connection” unterscheidet sich vor allem durch seine Seichtheit von anderen Akin-Filmen, was mit als Grund für die Entscheidung gilt, den Film formal außerhalb des Kanons der regisseurischen Filmografie Akins zu stellen.

Ibrahim, genannt Ibo, ist 21 Jahre alt und lebt im Hamburger Schanzenviertel. Aus seiner Begeisterung für Kung-Fu-Filme erwächst der ungewöhnliche Plan, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen. Als sein Onkel Ahmet, Inhaber eines Dönerladens, ihn beauftragt, einen Werbespot zu drehen, orientiert sich Ibo an Kung-Fu-Filmen. Sein Onkel ist wenig begeistert von Ibos professionell produziertem Werbefilm „Für zwei Handvoll Döner“, doch das Kinopublikum nimmt den Spot mit Begeisterung auf und Ahmets Dönerbude „King of Kebab“ wird nach Kinovorstellungen regelrecht überrannt. Postwendend korrigiert Ahmet seine Einschätzung von Ibos Arbeit und begeistert sich regelrecht für dessen Werbefilme. In seinem Viertel gefeiert und sich schon auf dem Weg zu größerem Ruhm wähnend, wird Ibo von der Schwangerschaft seiner Freundin Titzi auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Diese will, zum Unverständnis Ibos, das Kind behalten, obwohl sie kurz vor der Aufnahme in die Schauspielschule steht. Ibos mangelnder Ernst angesichts in der ihn überfordernden Situation, veranlasst Titzi, ihn aus der gemeinsamen Wohnung zu werfen. Sein Vater, der Taxifahrer Mehmet, verstößt ihn, da die Mutter seines künftigen Enkelkindes keine Türkin ist. Fest entschlossen, Titzi wieder zurückzugewinnen, müht sich Ibo mit Dingen wie Wickel- und Geburtsvorbereitungskursen ab, wobei er von seinen Sandkastenfreunden, dem Griechen Lefty und dem Albaner Valid unterstützt wird. Keiner seiner Pläne führt zur Beschwichtigung Titzis. Das einzig positive Resultat ist, dass Valid eine Freundin findet, weil Ivo, von Titzi auf die Probe gestellt, den ihm überlassenen Kinderwagen mit dem einer Italienerin verwechselt und als vermeintlicher Kindesentführer von dieser attackiert wird. Titzi bekommt alles mit und wird abermals enttäuscht. Nach Bestand ihrer Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule, setzen Titzis Wehen ein. Am Taxistand verweigert ihr der erste Fahrer, den sie fragt, die Beförderung aus Sorge um die Polster. Zufälligerweise ist Mehmet mit seinem Taxi da und bringt sie ins Krankenhaus. Während Titzi ein Mädchen zur Welt bringt, sprechen sich Vater und Sohn im Wartezimmer aus. Am Ende feiern alle im „King of Döner“ die Hochzeit, selbst die Konkurrenz vom Griechen auf der anderen Straßenseite ist eingeladen. Gänzlich unerwartet sucht ein Produzent, dem er vor einiger Zeit ein Konzept für seinen Kung-Fu-Film unterbreitet hatte, Ibo auf und bietet diesem einen Vetrag für den Dreh des Films an. Unter dem Vorbehalt, vor Drehbeginn noch einen Werbespot für Ahmet zu machen, willigt Ibo mit Freude ein.

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Solino

Der neunte Film, den wir uns im Kurs anschauten, war Fatih Akins „Solino“ von 2002. Die Handlung beginnt in Süditalien im Jahr 1964. Romano Amato verlässt infolge des Verlustes seines Arbeitsplatzes mit seiner Frau Rosa und den beiden Söhnen Giancarlo und Gigi das titelgebende (imaginäre) Heimatdorf Solino, um in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen. In Duisburg angekommen, verdingt sich der Vater zunächst als Kumpel in der Kohleförderung, wird dieser Arbeit jedoch bald überdrüssig. Auf Initiative Rosas eröffnen die Amatos die erste Pizzeria im Ruhrgebiet, benannt nach ihrem Heimatdorf Solino. Neugierig erkunden Gigi und Giancarlo die neue Umgebung. Dem jüngere Gigi fällt es leichter, sich einzufinden; er ist offener als sein großer Bruder, der länger in Italien aufwuchs und Vorbehalte gegenüber der Fremde hat. Ihre Eltern sind vom Betrieb der Pizzeria sehr vereinnahmt, weswegen die beiden Brüder sich größtenteils selbst zurechtfinden müssen. Gigi ist dabei sehr geradlinig, Giancarlo hingegen ist ein Querulant, der es auch mit dem Gesetz nicht so genau nimmt und damit nicht nur sich, sondern auch seinen kleinen Bruder in Schwierigkeiten bringt. Obwohl Giancarlo neidisch auf Gigi ist und sich ihm gegenüber oft nicht anständig verhält, bleiben die beiden eng verbunden. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Jo, die nun mit Gigi zusammen ist, beziehen sie eine Wohnung, um einer dauerhaften Beschäftigung im expandierenden Familienbetrieb zu entgehen. Während Gigi weiter seinen Kindheitstraum verfolgt, Filme zu drehen, umgibt sich Giancarlo, der Kfz-Mechaniker gelernt hat, mit fragwürdigen Gestalten und kommt nicht voran. Ein von Gigi gedrehter Dokumentarfilm wird für die Ruhrfilmtage vorgeschlagen. Zu dieser Zeit erwischt Rosa ihren Mann mit einer anderen und zieht bei ihren Söhnen ein. Als sie sich wegen ihrer chronischen Erschöpfung untersuchen lässt, wird bei ihr Leukämie diagnostiziert, die nicht mehr heilbar ist. Nie richtig in Deutschland angekommen, möchte sie so schnell wie möglich zurück nach Solino. Gigi begleitet seine Mutter nach Italien, wo er erfährt, dass sein Film ausgewählt wurde. Um die Filmtage besuchen zu können und seinen Preis entgegenzunehmen, vereinbart er mit seinem Bruder, dass dieser ihn bei der Betreuung der Mutter ablöst. Statt nach Italien zu gehen, gibt sich Giancarlo als Gigi aus und nimmt dessen Trophäe in Empfang. Als Gigi davon erfährt, reist er sofort nach Duisburg, wo er Giancarlo mit Jo im Bett erwischt. Die Brüder trennen sich im Streit und Gigi geht zurück nach Solino, wo er seiner Kindheitsfreundin Ada näherkommt. Gemeinsam eröffnet das Paar ein Freilichtkino, das Gigis Filme zeigt. Zehn Jahre später heiraten die beiden und Giancarlo kommt nach zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder nach Solino, während Romano der Hochzeit aus Angst vor dem Spott des Dorfes  fernbleibt.

Solino“ hat mir gefallen, da die Geschichte spannend und voller Leben ist. Sie behandelt interessante Themen wie Herkunft, Heimat, Entfremdung und Einfindung, im Zusammenhang mit Zeit und Distanz sowie zwischenmenschlichen Beziehungen.

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Der bewegte Mann

Unser achter Film, Sönke Wortmanns „Der bewegte Mann“ aus dem Jahr 1994, dreht sich um den Antihelden Axel, gespielt von Til Schweiger. Zu Beginn der Handlung wird Axel wegen seiner Untreuevon seiner Freundin Doro, welche von Katja Riemann gespielt wird, vor die Tür gesetzt und muss sich eine neue Unterkunft suchen. Dabei lernt er den Transvestiten Walter kennen, der heterosexuellen Männern beibringt wie Schwule denken. Walter überredet Axel, ihn auf eine Schwulenparty zu begleiten und versucht diesen dazu zu bewegen, bei sich einzuziehen. Auf der Party lernt Axel Walters besten Freund Norbert kennen, der gerade von seinem Partner verlassen wurde, und entscheidet sich, bei diesem einzuziehen. In Axel und Doros Wohnung versucht Norbert Axel zu verführen, doch taucht Doro unerwartet auf, was Axel veranlasst, den entkleideten Norbert im Schrank zu verstecken. Doro erzählt Axel, dass sie schwanger ist und dass sie der Beziehung eine Chance geben will. Sie entdeckt den nackten Norbert im Schrank, doch kann ihr Axel glaubhaft versichern, dass er nicht schwul ist.

Axel freut sich sowohl über die Schwangerschaft, als auch die Aussicht zu Doro zurückzukehren und verlässt Norberts Wohnung. Noch vor der Geburt heiratet er Doro, stellt jedoch bald fest, dass er sich zu der schwangeren Doro nicht hingezogen fühlt. Er begegnet zufällig seiner ehemaligen Mitschülerin Elke und bandelt mit ihr an. Der Plan, sich in der Wohnung zu treffen, fällt ins Wasser, weil Doro ihr Vorhaben, eine Freundin zu besuchen, verwirft. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für das Schäferstündchen mit Elke läuft Axel Norbert über den Weg, der wegen des plötzlichen Auszugs irritiert ist. Axel erklärt ihm, dass Doro der Grund für seinen Auszug war und überredet ihn zudem, seine Wohnung für zwei Stunden zur Verfügung zu stellen. Norbert geht mit seinem neuen Mitbewohner namens Metzger und Walter ins Kino, um Elke und Axel ihre nicht zu stören. Infolge eines Streits mit anderen Kinobesuchern, blutet Walter aus der Nase und die drei gehen zur Wohnung, um Walters Blut abzuwaschen. Dort hat Elke Gas versprüht, das eigentlich den Zweck hat, den Geschlechtstrieb von Zuchtbullen zu steigern. Als Doro, einem neu aufgekeimten Verdacht folgend, dass Axel doch schwul sein könnte, in Norberts Wohnung eintrifft, findet sie ihren Mann nackt und besinnungslos auf dem Tisch kauernd vor, während sich Metzger mit Elke in der Badewanne vergnügt. Just setzen Doros Wehen ein, weswegen Norbert sie ins Krankenhaus bringt, wo sie ihr Kind zur Welt bringt. Der ernüchterte Axel wird von Walter nachgebracht. Doros ist böse auf Axel, zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass sie ihre Probleme lösen werden.

Der bewegte Mann“ ist, obwohl sein Humor in weiten von Schwulenwitzen getragen wird, eine sehr unterhaltsame Komödie, die durch ihre positive Darstellung Schwuler zur  gesellschaftlichen Akzeptanz von Homosexualität beigetragen hat.

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Männer

Unser siebter Film war Doris Dörries „Männer“, der meistgesehene deutsche Film des Jahres 1985. Die Hauptfigur Julius ist ein erfolgreicher Manager Mitte 30, er ist verheiratet, hat zwei Kinder und betrügt seine Frau. Als er an ihrem zwölften Hochzeitstag herausfindet, dass Paula ihm untreu ist, bricht für ihn eine Welt zusammen und er zieht aus. Julius spioniert Paulas Liebhaber nach, weil er wissen will, was sie an diesem findet. Letzten Endes zieht er unter dem Namen ‘Daniel’ in die Wohngemeinschaft des Liebhabers seiner Frau. Der leichtlebige Grafiker – im Selbstverständnis Künstler – Stefan ist das gerade Gegenteil von Julius. Er ist unambitioniert, lässt seine Haare wachsen und lehnt die Welt des Karrieremenschen Julius ab. Julius erkennt, dass Stefans Andersartigkeit, seine lockere Art, Paula anzieht. Als Paula Stefan besucht, stört ‘Daniel’, hinter einer Affenmaske versteckt, das romantische Frühstück der beiden, sehr zur Belustigung Paulas. Der Schwerenöter Stefan reagiert verärgert, was ihn in die Rolle des Spielverderbers bringt. Julius trimmt Stefan in der Folge zum Karrieremenschen, in der Hoffnung, dass Paula ihr Interesse an ihm verliert. Durch seine Kontakte in der Werbebranche besorgt Julius seinem Nebenbuhler eine Stelle als ‘Art Director’. Der Plan geht auf und Julius und Paula finden wieder zueinander, während Stefan ganz von seiner Karriere vereinnahmt wird. Julius kehrt zur Arbeit zurück und erfährt, dass ausgerechnet Stefan sein neuer Partner wird. Als sie einander vorgestellt werden, erkennt Stefan Daniels wahre Identität und ein letzter Streit der zwei im Paternoster der Firma endet darin, dass sich beide bis auf die Unterwäsche entkleiden. Als sie die Kollegen und Julius’ Frau, welche diesem eine Krawatte bringen will, bemerken, müssen beide lachen.

Der Film war sehr lustig und veranschaulicht auf ironische Art und Weise die eingeborene Unzufriedenheit des Menschen. Wenn man bekommt was man will, möchte man etwas anderes und so weiter. Besonders hervorgehoben werden die männliche Eitelkeit, Konkurrenzdenken, sowie die kategorische Ablehnung von Lebenseinstellungen, die nicht der eigenen entsprechen.

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Am Ende kommen Touristen

Film Nummer sechs war Robert Thalheims „Am Ende kommen Touristen“ aus dem Jahr 2007. Der Film erzählt, basierend auf eigenen Erlebnissen des Regisseurs, die Geschichte des Zivildienstleistenden Sven Lehnert, welcher seinen Dienst in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz antritt. Dort angekommen, ist er zunächst enttäuscht, weiß nicht recht mit der Situation umzugehen. Insbesondere der Umgang mit dem Auschwitz-Überlebenden Stanislaw Krzeminski bereitet ihm Schwierigkeiten. Die Betreuung Krzeminskis, der das Lager nie verlassen hat, beinhaltet, diesen zu Schulbesuchen zu begleiten bei denen er als Zeitzeuge auftritt. Krzeminski ist wortkarg und eigenartig. Nachts restauriert er Koffer, die Opfern gehörten. Das Verhältnis der beiden prägt den Handlungsverlauf und der Film veranschaulicht am Beispiel des unfreiwilligen Paars aus entfremdetem greisen Polen und deplatziertem jungen Deutschen in oft unerwartet komischer Weise die Unterschiede zwischen den Generationen und nicht zuletzt auch jene zwischen Überlebendem und Nachgeborenem, zwischen Pole und Deutschem. Eine Annäherung findet vor allem von seiten Svens statt. Darüberhinaus handelt der Film aber auch von der ersten Liebe Svens in Gestalt der Ania, die ihn bei sich leben lässt. So entdeckt Sven das Leben in Oświęcim, womit der Film die Brücke aus der Sterilität der Gedenkstätte Auschwitz zum Alltagsleben in der polnischen Kleinstadt schlägt.

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Das Leben der Anderen

Unser fünfter Film war das Stasi-Drama “Das Leben der Anderen” des Regisseurs Florian Heckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006. Die Haupthandlung spielt in Ostberlin während der letzen Jahre der DDR.

Georg Dreyman, ein hochgelobter Dramatiker, gerät in das Visier der Staatssicherheit, da seine Lebesgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, die Geliebte des Kulturministers Bruno Hempf ist. Dreyman ist Hempf ein Dorn in Auge, weswegen letzterer den von Stasi-Hauptmann Wiesler vorgebrachten Bedenken hinsichtlich der Person Dreymans Gewicht verleiht. In der Folge verwanzt Wiesler die Wohnung des Zielobjekts und richtet eine Abhörstation im Dachgeschoss ein. Das Verhältnis zwischen Sieland und Hempf bleibt dem systemtreuen Akribiker Wiesel bei seinen Observationen nicht verborgen. Er wird von seinem Vorgesetzten Grubitz angewiesen, nichts über den Minister zu sammeln. Die Sonderbehandlung des Ministers, als auch die Verfolgung  offensichtlicher Privatinteressen desselben, beim Kampf gegen die Feinde des Sozialismus desillusionieren Wiesler. Durch die Teilhabe am Leben der beiden Künstler entwickelt er immer stärkere Selbstzweifel, welche dazu führen, das er menschlicher wird, seine Berichte mit Belanglosigkeiten füllt und Dreyman von der Affäre Sielands erfahren lässt. Auch auf Sieland nimmt erEinfluss, was diese veranlasst, den Minister zurückzuweisen. Dieser veranlasst Sieland zu verhören, was dazu führt, dass sie Dreyman als Autor eines systemkritischen Artikels im westdeutschen Magazin “Der Spiegel” identifiziert und sich als IM anwerben lässt. Als die Durchsuchung von Dreymans Wohnung keine Beweise zutage fördert, wird der inzwischen selbst der Illoyalität verdächtige Wiesel auf die Probe gestellt, indem er das erneute Verhör der Sieland durchführen soll. Erfolgreich wie gewohnt, bringt der Verhörexperte das Versteck der Schreibmaschine, auf welcher der Artikel verfasst wurde, in Erfahrung. Sein Vorgesetzter Grubitz nimmt die anschliessende Wohnungsdurchsuchung selbst vor, doch Wiesel kommt ihm zuvor und entwendet die Schreibmaschine. Sieland stürmt während der Durchsuchung aus der Wohnung und wird von einem LKW tödlich erfasst. Grubitz, in seinem Verdacht bestätigt, lässt Wiesel nach der gescheiterten Aktion zur Briefüberwachung versetzen. Nach der Wende erfährt Dreyman von Hempf, dass er unterÜberwachung stand. Er lässt sich daraufhin Akteneinsicht geben, was ihm ermöglicht, Wiesler zu indentifizieren. Er will Kontakt mit ihm aufnehmen, enscheidet sich aber anders, als er Wiesler beim Austragen von Werbeprospekten beobachtet. Zwei Jahre später bemerkt Wiesler in einem Schaufenster Dreymans neuen Roman und findet in dem Buch eine Danksagung an “HGW XX/7” – Wieslers Personenkennnummer bei der Stasi.

Mir hat der Film sehr gut gefallen, da er handwerklich gut gemacht und sehr spannend gestaltet ist. Die Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend. Der Film sollte allerdings nicht als Beitrag zur Geschichtsbewältigung missverstanden werden. Zu diesem Zwecke ist er zu sehr auf imaginäre Einzelschicksale fixiert, zu rührselig und abgeschlossen.

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Das Wunder von Bern

Film Nummer vier war Sönke Wortmanns hochgelobtes Werk “Das Wunder von Bern”. Der Film spielt im Jahr 1954, als die noch junge Bundesrepublik Deuschland überraschenderweise die Fußballweltmeisterschaft gewann. Hauptprotagonist der   fiktiven eigentlichen Handlung ist der 11-jährige Matthias Lubanski, der in einem Bergarbeiterviertel in Essen lebt und sich sehr für die deutsche Mannschaft begeistert. Sein Idol und darüberhinaus eine Art Ersatzvater ist der Nationalspieler Helmut Rahn, der bei Rot-Weiß Essen spielt und wie er aus einer Bergarbeiterfamilie stammend. Nach elf Jahren russischer Kriegsgefangenschaft kehrt Matthias’ Vater Richard nach elf Jahren unverhofft zurück. Traumatisiert und entfremdet, beinträchtigt der heimgekehrte Vater das Zusammenleben massiv. Dass seine Frau, welche die Familie in den Jahren seiner Abwesenheit ernährt hat, nun eine so tragende Rolle spielt, breitet ihm ebenso   Schwierigkeiten, wie die Verurteilung der Kriegsgeneration durch seinen älteren Sohn Bruno. Besonders schwer fällt es Richard, einen Bezug zu Matthias zu finden, den er zum ersten Mal sieht. Insbesondere zur Begeisterung seines Sohnes für Fußballspieler, von denen er noch nie gehört hat, kann er nicht nachempfinden. Die Attribute der klassischen Vaterolle entfallen nicht auf ihn, sondern sind irgendwo im Gefüge verteilt und entsprechend deplatziert ist Richard. Im Laufe der Handlung findet eine Annäherung zwischen Vater und Sohn statt, begleitet von Erfolgen der Nationalmannschaft und ein Stück weit auch widergespiegelt in der Besserung des Verhältnisses zwischen Helmut Rahn   und seinem Trainer Sepp Herberger, der diesen zunächst nicht aufstellen will. Am Ende teilen Vater und Sohn die Begeisterung und fahren nach Bern, das Endspiel im Radio verfolgend. Rahn erzielt das entscheidende Tor und Deutschland holt den Titel.

Mir hat an dem Film gefallen, dass es immer Bewegung gibt und die Begeisterung dem Zuschauer direkt vermittelt wird.

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