Am Ende kommen Touristen

Film Nummer sechs war Robert Thalheims „Am Ende kommen Touristen“ aus dem Jahr 2007. Der Film erzählt, basierend auf eigenen Erlebnissen des Regisseurs, die Geschichte des Zivildienstleistenden Sven Lehnert, welcher seinen Dienst in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz antritt. Dort angekommen, ist er zunächst enttäuscht, weiß nicht recht mit der Situation umzugehen. Insbesondere der Umgang mit dem Auschwitz-Überlebenden Stanislaw Krzeminski bereitet ihm Schwierigkeiten. Die Betreuung Krzeminskis, der das Lager nie verlassen hat, beinhaltet, diesen zu Schulbesuchen zu begleiten bei denen er als Zeitzeuge auftritt. Krzeminski ist wortkarg und eigenartig. Nachts restauriert er Koffer, die Opfern gehörten. Das Verhältnis der beiden prägt den Handlungsverlauf und der Film veranschaulicht am Beispiel des unfreiwilligen Paars aus entfremdetem greisen Polen und deplatziertem jungen Deutschen in oft unerwartet komischer Weise die Unterschiede zwischen den Generationen und nicht zuletzt auch jene zwischen Überlebendem und Nachgeborenem, zwischen Pole und Deutschem. Eine Annäherung findet vor allem von seiten Svens statt. Darüberhinaus handelt der Film aber auch von der ersten Liebe Svens in Gestalt der Ania, die ihn bei sich leben lässt. So entdeckt Sven das Leben in Oświęcim, womit der Film die Brücke aus der Sterilität der Gedenkstätte Auschwitz zum Alltagsleben in der polnischen Kleinstadt schlägt.

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